Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet

Das sagt Jean Ziegler. Der Maler Jorge Rando schreibt:

Jeden Tag hören und sehen wir das Entsetzliche, das auf der Welt geschieht: Krieg, Terror, Ungerechtigkeit, Hunger, Flucht, Tod. Doch hören wir zu und fühlen wir mit? Es ist immer dieselbe Szene: das Lamm und der Schlächter…

Wir überlegen, wer ist das Lamm und wer der Schlächter?

Und wir lesen das Interview mit Reza Aslan, der das Buch „Zelot. Jesus von Nazaret und seine Zeit“ veröffentlicht hat. Er schreibt:

Was Jesus predigte, war so revolutionär, dass er in der Folge dafür getötet wurde. In seiner Lehre wurde die soziale Ordnung auf den Kopf gestellt. Jesus predigte, dass die Reichen arm werden sollten, und die Armen sollten reich werden. Die Ersten würden die Letzten sein, die Letzten würden die Ersten sein. In anderen Worten, Jesus beschreibt keine Utopie, in der jeder vor Gott gleich sein wird. Was er sagte, ist: In einer künftigen Weltordnung werden die Menschen an der Spitze und die Menschen ganz am Abgrund ihre Plätze tauschen. Wie Sie sich vorstellen können, ist das eine sehr attraktive Vorstellung, wenn man ganz unten ist. Und es ist eine glaubwürdige Drohung, wenn man ganz oben ist. Das ist der Grund, weshalb er letztlich getötet wurde. Wenn Jesus heute leben würde und genau das predigen würde, was er damals sagte, wäre es erneut sehr gefährlich für ihn.

Aus: Frankfurter Rundschau, 24.12.2013

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